Schlosskirche Hagenberg,
Mühlkreis

An der Stelle der heutigen barocken Schlosskapelle stand im 16. und 17. Jh. eine Kapelle der Familien Hohenek und Schallenberg, die der neuen Lehre anhingen. 1672 gelangt die Kapelle in den Besitz von Egon Gotthard Maurer von Hohenstein, der die Kapelle renovierte und in ein katholisches Gotteshaus umwandelte. 1728 wurde das Schloss mitsamt der Kapelle durch einen verheerenden Brand komplett zerstört. 1739 kaufte Thomas Augustin Wöber die Herrschaft und ließ das gesamte Ensemble im barocken Stil neu errichten. Der Altarraum wurde erweitert und der Kirchturm neu aufgebaut. 1936 wurde das Gut Hagenberg versteigert, nicht aber die Schlosskapelle. Sie ging in den Besitz der Pfarre Hagenberg über. 2020 wurde die Schlosskapelle wegen eines starken Holzwurmbefalls begast. Von 2022 bis 2025 erfolgte zunächst eine Außensanierung mit anschließender Innenraumsanierung.

2025 wurde nach den Entwürfen des Künstlers Edgar Lissel die Neugestaltung des Altarraumes realisiert.

Bereiche der Neugestaltung:

  • Altar
  • Osterkerzenständer
  • Ambo
  • Sedes
  • Sedilien und Beistelltische

Projektkoordination: Henny Liebhart-Ulm
Tischler: Manfred Weilguni (Altar, Ambo und Sedes)
Tischler: Helmut Fischer (Osterkerzenständer, Sedilien und Beistelltische)

Realisierung: 2025

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GEMEINSAM TRAGEND

Eine Reliefgestaltung für die Schlosskapelle Hagenberg

Die Neugestaltung der drei Objekte Altar, Ambo und Sedes für die Schlosskapelle Hagenberg soll den Gedanken des Miteinander, des Zueinander und des Gemeinsamen in den Mittelpunkt stellen, sichtbar und ganz intuitiv erfahrbar machen.

Grundprinzip ist ein modulares System in dem viele Bausteine die tragenden Elemente der drei Objekte sind. Es wird schnell deutlich, dass diese Einzelbausteine sinnbildlich für jeden von uns, die Gemeindemitglieder – jeden Einzelnen stehen. Zusammen bilden Sie das Fundament für die drei liturgischen Objekte. Die Bausteine werden in unterschiedlichen Anordnungen, leicht versetzt zueinander angeordnet, eine lebendige Oberfläche, changierende Reliefstrukturen entstehen. Erst im Zusammenspiel entwickeln die Einzelnen in ihrer Verschiedenheit, ihrer Unterschiedlichkeit eine tragende Kraft.

Diese aus Holz gefertigten Steine werden weiß lasiert, wobei die Holzqualität erhalten und sichtbar bleiben soll. Die Anordnung der weißen Holzbausteine wird in unregelmäßigen Abständen von Glassteinen unterbrochen. In ihrer gebrochenen und unregelmäßigen Struktur reflektieren die Glassteine das im Raum vorhandene Licht und schimmern lebendig in den Raum zurück. Die Gemeinschaft der Einzelnen wird durch ein spirituelles, göttliches Element unterbrochen und erweitert.

Edgar Lissel